01Was KIM ist
KIM steht für Kommunikation im Medizinwesen. Es funktioniert ähnlich wie E-Mail, läuft aber ausschließlich innerhalb der Telematikinfrastruktur. Jede Nachricht wird verschlüsselt und signiert.
Damit wissen Sie, von wem eine Nachricht stammt, und nur der Empfänger kann sie lesen. KIM eignet sich deshalb für Gesundheitsdaten, die Sie per normaler E-Mail nicht verschicken sollten.
02Voraussetzungen
Für KIM braucht Ihre Einrichtung einen Zugang zur Telematikinfrastruktur, eine SMC-B und ein KIM-Postfach bei einem zugelassenen Anbieter. Genutzt wird KIM über Ihr Primärsystem, also die Pflege- oder Praxissoftware..
- TI-Zugang über Konnektor oder TI-Gateway
- SMC-B der Einrichtung im Kartenterminal
- KIM-Postfach mit eigener KIM-Adresse
- Software, die KIM-Nachrichten senden und empfangen kann
03Adressbuch: Partner finden
Alle KIM-Adressen stehen im Verzeichnisdienst der Telematikinfrastruktur (VZD). Darüber finden Sie Arztpraxen, Kliniken, Apotheken und andere Einrichtungen, ohne Adressen einzeln erfragen zu müssen.
Prüfen Sie nach der Einrichtung, ob Ihre eigene Einrichtung mit korrektem Namen und Anschrift im Verzeichnis steht. Nur dann können andere Sie zuverlässig finden.
04Typische Anwendungsfälle
Welche Nachrichten über KIM laufen, hängt davon ab, was Ihre Partner ebenfalls über KIM anbieten. Die folgenden Beispiele zeigen, wofür sich das Postfach im Alltag eignet.
- Rückfragen an die Hausarztpraxis zu Verordnungen
- Befunde, Arztbriefe und Entlassdokumente empfangen
- Pflegeberichte oder Therapieberichte an die verordnende Praxis senden
- Unterlagen mit Kliniken bei Aufnahme oder Entlassung austauschen
05Erkenntnis aus dem Pilot: Postfach einplanen
Die gematik hat KIM in der Pflege in einem Pilotprojekt erprobt. Ein Ergebnis aus dem Abschlussbericht: Postfächer wurden nicht regelmäßig geprüft. Außerdem entsteht Nutzen nur, wenn auch die Partner KIM verwenden.
Legen Sie deshalb fest, wer das Postfach wann liest und wer im Urlaub vertritt. Am besten läuft KIM direkt in Ihrem Primärsystem, damit Nachrichten dort ankommen, wo Sie ohnehin arbeiten. Sprechen Sie zudem Ihre wichtigsten Partner an und tauschen Sie die KIM-Adressen aus.
Für Pflegeeinrichtungen hat die gematik den Leitfaden „How to KIM“ veröffentlicht. Er hilft beim Einstieg in die Organisation.
06KIM 1.5 und Ausblick
Nach Angaben aus Fachkreisen erlaubt die KIM-Version 1.5 größere Anhänge, ältere Versionen werden nicht mehr zugelassen. Fragen Sie Ihren Anbieter, welche Version Ihr Postfach nutzt.
Der Entwurf des Gesetzes für Daten und digitale Innovation (GeDIG) sieht vor, KIM als Standard für alle TI-Teilnehmer festzulegen und vom Fax abzurücken. Das ist bisher ein Entwurf und kein geltendes Recht.
07Einrichtung mit SANITA systems
SANITA systems richtet KIM-Postfächer ein und bindet sie in Ihre vorhandene Software ein. Mit PULSAR entwickeln wir zudem ein eigenes Primärsystem, das sich derzeit in Entwicklung befindet.
Quellen
- gematik: KIM, Kommunikation im Medizinwesen (öffnet in neuem Fenster)
- gematik: Leitfaden „How to KIM“ für Pflegeeinrichtungen (öffnet in neuem Fenster)
- gematik: Abschlussbericht KIM in der Pflege (öffnet in neuem Fenster)
- Deutscher Bundestag: hib zum GeDIG-Entwurf (öffnet in neuem Fenster)
Angaben ohne Gewähr. Fristen und Beträge ändern sich; maßgeblich sind die verlinkten Stellen.